Wir haben ein paar Unklarheiten bei folgenden Formalisierungen:
Übung 4: A5
C) Die Kunden von Wahrsagerinnen sind einfältig.
Px: x ist eine Wahrsagerin; Qxy: x ist Kunde von y; Rx: x ist einfältig
- Dieser Satz meint doch «Alle Kunden von Wahrsagerinnen (wenn es sie gibt) sind einfältig.» Könnte man es aber nicht auch so lesen: «Alle Kunden von allen Wahrsagerinnen sind einfältig.» ? -> Die Formalisierung dazu wäre ∀x( Px ∧ ∀y(Qyx → Ry)
- In der Musterlösung wurde wie folgt formalisiert: ∀x( ∃y(Py ∧ Qxy) → Rx)
Ich habe es wie folgt formalisiert: ∃x( Px ∧ ∀y(Qyx → Ry) -> «Wenn es eine Wahrsagerin gibt und diese Kunden hat, dann gilt für alle Kunden, dass diese einfältig sind.» Müsste das nicht auch gehen? Wieso weiss ich, dass der Allquantor (welcher in der Musterlösung über die Kunden quantifiziert) als erstes stehen muss und nicht der Existenzquantor (welcher über die Wahrsagerinnen quantifiziert)? Bei meiner Lösung ist einfach die Reihenfolge der Quantoren vertauscht, aber auch bei mir bezieht sich der Allquantor auf die Kunden und der Existenzquantor auf die Wahrsagerinnen.
Übung 6: A2
B) «Kein Student bewundert mehr als zwei Professoren.» ist identisch mit «Alle Studenten bewundern höchstens zwei Professoren.»
Dieser Satz wird mit Allquantoren formalisiert. Ist dies so weil diese Aussage nicht impliziert, dass es wirklich Studenten gibt, die irgendwelche Professoren bewundern und falls es Studenten geben würde, würden alle maximal 2 Professoren bewundern?
C) 1. «Es gibt genau zwei Studenten, die keinen Professor bewundern.»
Würde folgende Formalisierung auch gehen: ∃x∃y∃ z(((((Qx ⋀Qy) ⋀ Px) ⋀ ¬(x=y)) ⋀ (¬Sxz ⋀ ¬Syz)) ⋀∀z1(Qz1 ⋀ ¬Sz1z)→ z1=x ⋁z1=y))
- In der Musterlösung wird wie folgt formalisiert: ∃x∃y((((Qx ⋀Qy) ⋀ ¬(x=y)) ⋀ ¬∃z(Pz ⋀(Sxz ⋁Syz))) ⋀ ∀z1(Qz1 ⋀ ¬∃z2(Pz2 ⋀Sz1z2) → z1=x ⋁z1=y))
Könnte man da anstatt ¬∃z(Pz ⋀(Sxz ⋁Syz))) auch ∃z(Pz ⋀¬ (Sxz ⋁Syz))) schreiben, bzw. sind diese zwei Formalisierungen äquivalent?
D) «Ein und nur ein Professor wird von allen Studenten bewundert»
Könnt man das auch wie folgt formalisieren: ∃x((Px ⋀∀y(Py→ y=x) ⋀∀z(Qz→ Szx))
Übungen 7: A5
D) «Der dünnste Schneider ist Jean.» könnte man da auch so formalisieren:
∃x(Px∧ ∀y(((Py∧ ¬(y=x) )∧ x=a) →Rxy) (Reihenfolge von Rxy und x=a vertauscht)
E) Mit Ausnahme von Jean, ist Franz der dünnste Schneider.
Wieso impliziert dieser Satz, dass auch Jean ein Schneider ist (Pa) ? Jean könnte doch auch z.B. ein Verkäufer sein und deshalb ist er nicht in der Menge enthalten, über die etwas ausgesagt wird (Franz ist dünner als alle Schneider, die in dieser Menge enthalten sind. Jean ist nicht in dieser Menge enthalten, also muss er auch nicht zwingend ein Schneider sein?)
C) «Kein Schneider ist dünner als Jean.» wird wie folgt formalisiert: ¬∃x((Px ∧ ¬(x=a))∧ Rxa)
Wieso kann nun ‚¬(x=a)’ auch weggelassen werden?
Indirekter Beweis
Die letzte Frage betrifft Aristoteles indirekter Beweis von «Baroco». Ich verstehe nicht, weshalb die Kontradiktion der Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus «Baroco» als Prämisse des zu konstruierenden Syllogismus «Barbara» genommen wird. Inwiefern ist dies ein «legitimer Schritt»?
Vielen lieben Dank für die Hilfe 🙂